



Das Wort Passat leitet sich vom spanischem pasar ab, was vorbeigehen“ bedeutet. Die gleichmässigen aus Nord-Osten kommenden Winde begünstigten die Segel-Schiffahrt und ermöglichten Kolumbus auf La Gomera Halt um machen, um dann schliesslich weiter von den Passatwinden nach Amerika geleitet zu werden.
|
|
Da die Luft mit zunehmender Höhe wärmer wird, bildet sich bei ca. 1.500 m (Mittelwert) eine stabile Passat-Inversionsschicht aus, die Wolken nicht weiter aufsteigen lässt. In oberen Bereich dieser Zone sammelt sich Wasserdampf zu Wolken und wird entsprechend der Hauptrichtung aus NO in Richtung der Gebirge getragen. Die Windstärke ist im Winter höher als im Sommer, im Jahresmittel liegt sie bei 1-3 m/sec. Über der Inversionsschicht ist die Luft wärmer und enthält sehr wenig Feuchtigkeit.
Die Abbildung rechts (nach KAEMMER 1974, verändert) zeigt am Beispiel von Teneriffa die Winde und die Verteilung der Wolken an Sommertagen bei Passatwetter. 1 schwach, 2 normal, 3 stark bewölkt. (Fotos unten: NASA)
Der Bereich innerhalb der Wolkenzone ist für das Inselökosystem von besonderer Bedeutung, denn hier kann das ganze Jahr über Nebelniederschlag von den Bäumen ausgekämmt werden. Im Sommer liegt diese Zone bei 800-1200 m. Dadurch sind sowohl die darüber liegenden Höhenlagen, als auch die darunter liegenden Zonen trockener. In der kalten Jahreszeit dehnt sich der Bereich des Nebelniederschlags auf die anderen Zonen aus, die Inversionsschicht liegt dann bei etwa 1.700 m. Im Kapitel über den Niederschlag sind weitere Informationen enthalten.
Die Wolkenmenge und die Wolkenhöhe auf den Kanaren ist abhängig von der Wetterlage und von der Jahreszeit. Allgemein gilt, dass die Wolkenzone in der kalten Jahreszeit deutlich höher und mächtiger ist als in der warmen. An manchen Tagen können im Extremfall sogar die Hochlagen des Teide Niederschlag (oder Schnee) erhalten. In den Wintermonaten (Oktober bis April) liegt die mittlere Wolkenobergrenze in allen Monaten bei 1.700 m. Im Sommer (Mai bis September) geht sie ab Mai beständig herunter und erreicht im Juli/August den tiefsten Punkt bei 1.200 m. Die Südlagen der Inseln sind meist klar und durch ein trockenes sonnenreiches Klima gekennzeichnet, da die Nordost-Bereiche der Gebirge die Wolken stauen. Ausserdem erwärmen sich die über den Berg gedrückten Luftmassen beim Absinken (Fallwinde) und wirken sich wolkenauflösend aus.
Insbesondere im Sommer gibt es ausgeprägte tageszeitliche Schwankungen der Wolkenmenge. Das Minimum ist am Morgen erreicht, dann erfolgt langsame Zunahme. Um die Mittagszeit ist die Wolkendichte am grössten da Seewinde die Wolken an die Gebirge drücken. Nachmittags nimmt die Wolkenmenge immer weiter ab. In der Nacht ist es oft klar weil ablandiger Wind (Landwind) die Wolken von den Inseln wegdrückt.
Lediglich die östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote zeigen all diese Erscheinungen nicht, da ihre Gebirge zu niedrig sind, um Wolken nennenswert aufhalten zu können. Das untere Foto zeigt eine Wolkenfreie Atmosphäre bei schwach ausgeprägter Calima: