
Der Kanarische Archipel ist gekennzeichnet durch ein ozeanisch-subtropisches Klima mit mildem Winter und gemässigtem Sommer. Die Temperatur hat sowohl geringe tages- als auch geringe jahreszitliche Schwankungen. Dies gilt insbesondere für die meernahen Gebiete, die das ganze Jahr über frostfrei sind und selbst in kalten Winternächten Temperaturen erreichen, die nicht unter 14 Grad liegen, während tagsüber meist über 22 Grad vorherrschen. Nicht zuletzt daher sind die Kanaren ein sehr beliebtes Urlaubsgebiet.
Auch im Sommer sind die klimatischen Bedingungen hervorragend. Dass es trotz der geographischen Lage nahe der Sahara in der warmen Jahreszeit nicht heiss, sondern relativ mild ist, hat 2 Gründe: zunächst kühlt der kalte, aus nördlicher Richtung kommende Atlantische Meeresstrom, der sog. Kanarenstrom, die Luft ab. Ausserdem hält der aus NO kommende Passatwind die heissen Luftmassen Afrikas zurück.
Die Temperatur ist auf den Inseln nicht gleichmässig verteilt: Im Süden ist die Jahresmitteltemperatur jeweils höher als auf Nordseite, die dem Wind exponiert ist. Hier ist auch die Anzahl der Sonnentage höher. Mit zunehmender Meereshöhe nimmt die Temperatur zudem ab. Während die nahe am Meer liegenden Gegenden ausgeglichene klimatische Verhältnisse aufweisen, sind die Hochlagen durch grosse Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und zwischen den Jahreszeiten gekennzeichnet.
Das Temperaturminimum wird im Februar gemessen. Auf dem Gebirgsmassiv Teneriffas liegt in der Zeit vom November bis April oft Schnee; gelegentlich auch auf Gran Canaria und La Palma und in einigen Jahren sogar kurzzeitig auf El Hierro. Auf Teneriffa liegt die Schneeuntergrenze bei etwa 1.500 m. Die absolute Frost-Untergrenze auf der Nordseite befindet sich bei knapp 550 m, auf der Südseite bei 1.250 m. Häufigere Nachtfröste gibt es jedoch erst ab 2.000 m im Süden und 1.800 m im Norden (vgl. Höllermann 1982). Die untersten Lagen sind dagegen völlig frostfrei und warm. So ist es möglich auf den Gipfel des Teide über dem Schnee spazieren zu gehen, um anschliessend nach kurzer Fahrzeit im Süden der Insel auf heissem Vulkansand zu liegen und im Meer zu baden.
Das Maximum der Temperatur liegt im August. Die mehr dem kühlen Passatwinden ausgesetzten Städte haben dabei ein etwas niedrigeres Monatsmittel als die vom Wind geschützten Städte und Ortschaften im Süden der Inseln.
Die Anzahl der Sonnentage ist auf den Kanaren sehr hoch. Dies betrifft insbesondere die östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura, aber auch auf den anderen Inseln gibt es in deren Südhälften an über 300 Tagen im Jahr Sonnenschein. Oberhalb der Wolkenzone, wie besonders gut auf Teneriffa zu sehen, scheint die Sonne fast jeden Tag bei hellblauem Himmel. Diese besondere reine feuchtigkeitsarme Atmosphäre ist der Grund warum auf Teneriffa und La Palma Sternwarten errichtet wurden.
Das angenehme Klima auf den Inseln wird auch aus den Klima-Tabellen deutlich. Hier wurden die Sonnenschein-, Temperatur- und Niederschlags-Daten von Teneriffa und Gran Canaria im Vergleich zu einigen Städten Europas (Madrid, Oxford, Paris, Moskau, Warschau, Oslo) gesetzt. Dabei kommt der klimatische Unterschied zum europäischem Festland deutlich zum Ausdruck.
Bei besonderen Wetterlagen (insbesondere im Sommer) ist es möglich, dass trockenheisser Wind, sog. Calima (span. Calima = Dunst) aus der Sahara das Kanarische Archipel erreicht und einige wenige Tage (3-5) Temperaturen nahe 40 Grad verursacht. Der rötliche Saharastaub ist selbst auf Satellitenbildern (NASA) deutlich zu sehen und beeinflusst vor allem die mittleren Lagen der Inseln und hier besonders die südlichen Gegenden.