Mit etwa 1,3 Millionen Hektar Rebfläche hat Spanien das grösste Weinanbaugebiet der Erde. Das Gebiet La Rioja ist das wohl in Deutschland bekannteste Anbaugebiet Spaniens. Aber auch Weine aus Kanarischen Bodegas (Weinkellern) manchen mehr und mehr international von sich Reden.
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Auf den Kanaren gibt es 10 Weinbaugebiete (Gründungsjahr in Klammern): La Palma (1994), La Gomera (2003), El Hierro (1996), Lanzarote (1994), Gran Canaria (2000) und Teneriffa mit 5 Weinanbaugebieten: Valle La Orotava (1995), Tacoronte-Acentejo (1992), Valle de Güimar (1996), Abona (1996) und Ycoden-Dante-Isora (1994). Alle Inseln haben das Prädikat D.O. (Denominación de Origen) fúr besondere Anbaugebiete. Die einzige Insel ohne Herkunftsbezeichnung (D.O.) ist Fuerteventura.
Während auf allen Kanarischen Inseln Wein angebaut wird, spielt er besonders auf Teneriffa (5.000 Hektar) und Lanzarote (2.200 Hektar) eine größere wirtschaftliche Rolle. Während in früheren Jahren hauptsächlich Kriechanbau betrieben wurde, geht man immer mehr zu Spalierbau über.
Unter dem sonnenreichen Klima mit ganzjährig milden Temperaturen sind die Vulkanböden der Kanaren für den Weinanbau wie geschaffen. Das Nichtvorhandensein der Reblaus (Filoxera) ermöglicht es zudem Weinsorten zu erhalten, die einzigartig auf der Welt sind. Die am meisten angebauten Sorten sind Weisser und Schwarzer Listan (Listan Negro, Listan Blanco), Negramoll und Malvasia. Weitere auf den Kanarischen Inseln angebaute Wein-Arten sind Marmajuelo, Gual, Verdello, Moscatel, Malmsey, Forastera und Tintilla. Einige davon sind endemische alte Rebsorten. Die Provinz Teneriffa hat 33 zugelassene Sorten (19 Weisse und 14 Rote), wobei einige nur privatem Gebrauch dienen und nicht in den Handel kommen. Weltweite Berühmtheit erlangte der Malvasia. Shakespeare war derart von dieser Sorte angetan, dass er ihn in seinem Stück Was ihr wollt“ erwähnte.
Durch einfache Wirtschaftsweise, geringe Anbauflächen und schlechte Vermarktung galten die kanarischen Weine zunächst als bäuerliche Tischweine. In den letzten Jahrzehnten haben jedoch gut ausgebildete Winzer den Qualitätsstandard enorm verbessert. Das Resultat sind hohe Auszeichnungen auf internationalen Weinmessen und in Fachzeitschriften. Der Export erfolgt weltweit. In Deutschland führt die Vermarktung die Firma Vinos Canarias aus, auch für Privatpersonen:
Klassifikation der Qualitätsstufen in Spanien
In Spanien werden 4 Qualitäts-Kategorien unterschieden:
- D.O.C.a (Denominación de Origin Calificada): höchste Qualitätsstufe. Die Weine werden vom Erzeuger selbst abgefüllt, die Herkunftsangabe ist auf der Flasche vermerkt.
- D.O. (Denominación de Origen): Prädikat für bestimmte Weinanbauregionen. Die Qualitätsstufe kann schwanken und kann nicht sofort abgeleitet werden. Herkunft und Alkoholgehalt sind dem Etikett zu entnehmen.
- Vino de tierra (auf den Kanaren: Vino de pais genannt): Landwein. Auf dem Etikett muss Herkunft, Herstellungsmethode, Alkoholgehalt und Rebsorte angegeben werden.
Vino de mesa: Tafelwein, keine Anforderung an Herstellung oder Herkunft