



Ab dem 17.03.06 ist die spektakulärste Attraktion auf Teneriffa im Loro Parque eröffnet worden: OrcaOcean ist die grösste und modernste Schwertwal-Anlage der Welt. Durch die grosse Plexiglaswand ist ein direkter Blick zu den Tieren unter Wasser möglich. Es gibt auf dem Globus nur wenige Gelegenheiten den Tieren so nah zu begegnen wie hier auf Teneriffa, auf den Kanarischen Inseln. Wal und Mensch trennen nur wenige Zentimeter.
Die Zuschauertribühne ist überdacht, um nicht nur die Zuschauer, sondern insbesondere die Tiere vor direktem Sonnenlicht zu bewahren. Die Dachkonstruktion allein ist 4.000 m2 gross. Insgesamt können 3.000 Zuschauer platz nehmen und täglich die 3 Shows mitverfolgen.
Auch ausserhalb der offiziellen Vorführungen sind die Schwertwale (Orcas) zu betrachten. Sie sind sehr verspielt und vollführen gelegentlich Kunststücke. Relativ oft ist zu beobachten, wie sie an Land schwimmen, hier einige Sekunden verweilen und sich dann langsam wieder ins Wasser begeben. Die 3 Shows täglich werden mit verschiedenen Kameras aufgenommen. Somit sind die Tiere zusätzlich auf einer Grossleindwand sowohl unter Wasser, wie auch aus der Luft bei den Sprüngen beobachten. Alle Orcas stammen aus SeaWorld, USA. Es sind die zwei Männchen Keto (10 Jahre alt) und Tekoa (6), dazu zwei jüngere Weibchen, nämlich Kohana (4) und Skyla (2).
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Das grösste Becken ist mit einer Tiefe von bis 12,5 m und einer Länge bis 120 m weltweit einzigartig. Insgesamt fassen sie die gewaltige Menge von 22 Mio. Liter Meerwasser.
Die Wassertemperatur wird beständig auf 13 Grad gekühlt, dem optimalen Bereich für die Tiere. Fachkundige Ärzte und Betreuer (jedes Tier hat eine eigne Person, die sich um ihn kümmert) sorgen zudem dafür, dass es den Walen an nichts mangelt.
Zur Biologie: Orcas (Orcinus orca) sind die grösste Art der Delfinfamilie (Delphinidae). Fälschlicherweise werden sie auch manchmal Killerwale genannt. Männliche Tiere können bis zu 10 m (32ft) lang sein und über 5.500 kg (12,100lb) wiegen. Die Rückenflosse kann bis 1,3 m hoch sein. Weibliche Tiere sind etwas kleiner (8,5 m, 3.800 kg). Sie bekommen alle 4-5 Jahre Nachwuchs. Ein geborenes Kalb ist 2,5 m lang und wiegt bereits etwa 200 kg. Schwertwale schwimmen in kleineren Gruppen in Küstennähe und auf hoher See, z.T. auch nahe Teneriffa. Die normale Schwimmgeschwindigkeit beträgt 7 km/h; sie können jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erreichen. Weibliche Tiere werden bis 60 Jahre alt, männliche Tiere nur 30. Orcas haben ein ausgeprägtes soziales Verhalten. Jede Familie/Gruppe hat ihre eigenen Laute. Sie können bis 100 m tief tauchen und bis 15 Minuten unter Wasser bleiben. Manchmal tauchen vor den Küsten der Kanaren wildlebende Orcas auf, die sich hier auf ihrem Durchzug in andere Regionen hauptsächlich von Thunfisch ernähren.
Gelegentlich wird die Haltung von Delfinen und Schwertwalen (Orcas) in Zoos kritisiert. Zu beachten ist jedoch, dass alle 4 im Loro Parque befindlichen Tiere keine Wildfänge sind, sondern bereits in dritter (!) Generation unter menschlicher Obhut geboren sind (erst Anfang 2012 kam auch ein Schwertwal aus freier Wildbahn hinzu, der von Fischern vor Holland gerettet wurde, mehr dazu hier).
Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass Auswilderungsaktionen äusserst problematisch sind. Denn die Wale sind an die klimatische und bakteriologische Umgebung des Meeres nicht gewohnt, haben nicht gelernt in harter freier Wildbahn auf Jagd zu gehen und vor allem in keinen Sozialverband sind, der ihnen das Überleben sichert. Zudem werden Wale in allen Weltmeeren immer wieder “zu Forschungszwecken” - wie es genannt wird - gejagt. Auch Umweltverschmutzung gefährdet Orcas in ihrer natürlichen Umgebung regional sehr.
Ziel der Anlage ist es das Publikum mit den Tieren vertraut zu machen, denn der persönliche Kontakt hinterlässt einen stärkeren Eindruck als TV-Aufnahmen. Durch die persönliche Nähe sollen die Zuschauer indirekt auch dazu motiviert werden sich für den weltweiten Schutz der wilden Wale einzusetzen. Der Loro Parque hat dazu bereits viel Geld ausgegeben. In der Meeresschule “Aula del Mar” ist dazu ein Informationszentrum errichtet worden. Es laufen auch 4 wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit den Universitäten von La Laguna (Teneriffa), Madrid und Berlin. Den Grossteil der Finanzmittel hat der Zoo selbst bereit gestellt.
Weitere Informationen im Interview mit dem Gründer des Zoos, Herrn Wolfgang Kiessling