

Im Norden Teneriffas, in Icod de los Vinos, befindet sich im “Parque del Drago” der älteste Drachenbaum (Dracaena draco canariensis) des Kanarischen Archipels. Er steht seit 1917 unter Naturschutz und ist ist eines der Wahrzeichen der Insel. Sein Stammdurchmesser liegt bei fast 20 m und die Höhe wird mit 17 m angegeben. Wenn der Baum eingeschnitten wird, so fliesst ein Saft heraus, der eine blutrote Farbe annimmt und als “Drachenblut” bezeichnet wurde. Daher war dieser Baum für die Ureinwohner ein magisches Gewächs, der auch in der Medizin einen wichtigen Beitrag leistete. Auch zur Mumifizierung der Toten wurde der kostbare Saft verwendet.
Im Volksmund wird sein Alter mit 1.000 Jahren angegeben, was ihm den Namen “Drago Milenario (tausendjähriger Baum)” einbrachte. Von Botanikern wurde sein Alter jedoch auf etwa 400-600 Jahre bestimmt. Die Altersbestimmung ist daher so schwierig weil die Pflanze kein eigentlicher Baum mit Jahresringen ist, sondern ein grosses Liliengewächs. Dennoch gehört dieser “Baum” zu den ältesten Lebewesen auf der Welt. Es handelt sich um eine endemische, d.h. nur auf den Kanaren lebende Art.
Im 3 Hektar grossen Park sind zahlreiche weitere Vertreter der kanarischen Flora zu sehen (Jardín Botánico). Zudem gibt es ein nachgebautes Guanchen Dorf (Poblado aborigen) mit menschengrossen Figuren, die die Ureinwohner fast lebendig erscheinen lassen, einen Aussichtsplatz (Mirador) und eine Vulkanische Höhle mit Mumien.
Die von den Guanchen als Ansiedlungen ausgesuchten Plätze befanden sich vorzugsweise in Reichweite des Wassers. Die natürlichen Höhlen in den Schluchten und die Hütten aus trockenen Steinen wurden ihre Wohnungsstätten. Dort wurden von den Frauen Töpfer- und Kleidungswaren hergestellt, während die Männer Waffen und Werkzeuge herstellten und die Viehzucht übernahmen. Alle Chronisten der Eroberung beschreiben die Guanchen als flinke und gewandte Hirten, die grosse Stöcke oder Lanzen (3-4 m) benutzten, um die vielen Unebenheiten und die Höhenunterschiede der Insel mit unglaublichen Geschick zu überbrücken. Dabei konnten sie bis zu 10 m weite Sprünge machen. Diese Tradition wird bis heute weitergeführt, jedoch wird die Schäferei kaum mehr betrieben.
Die archäologischen Funde auf Teneriffa befinden sich vor allem in der Nähe von Schluchten und Quellen, sowie auch in Höhlen, die schwer zugänglich sind. Der Grösste Teil der gefundenen Elemente sind Gánigos (Teile aus gebranntem Ton in vielen Formen und Grössen), Tabonas (Teile aus Obsidian mit schneidenden Kanten), andere Steinutensilien und fossilierte Weichtiere (Napfschnecken), sowie menschliche und tierische (Ziege, Schwein) Knochenreste.
Im Parque del Drago gibt es mehrere Mumien die ausgestellt werden. Für die Grablegung der verstorbenen Guanchen wurden schwierig zu erreichende Höhlen benutzt, wobei auch Grabbeigaben verwendet wurden. Je nach gesellschaftlicher Einstufung wurde entschieden, ob ein Verstorbener einer Mumifikation würdig ist. Normalerweise wurden nur die Stammesmitglieder mumifiziert, die einem höheren Rang angehörten. Dieses einzigartige Ritual ist sonst nur von den Ägyptern bekannt.
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Parque del Drago
Plaza de la Constitución, 1.
E-38430 Icod de los Vinos
Tel.: 922 814 510, 922 814 436 Fax: 922 815 631
Öffnungszeiten: 9:30-18:30 Uhr
Preise: Erwachsene 4 €, Schüler 2,50 €, Kinder von 6 bis 12 Jahren 2 € (unter 6 J. kostenlos), Residenten kostenlos